Vortrag WO SIND WIR? UND WIE SIND WIR HIERHER GEKOMMEN? von Andreas Schlaegel

Vortrag WO SIND WIR? UND WIE SIND WIR HIERHER GEKOMMEN? von Andreas Schlaegel

23. April 2019, 15 – 18 Uhr

Vielen Dank an den Kritiker, Kurator & KünstlerAndreas Schlaegel für seinen Vortrag Wo sind wir? Und wie sind wir hierher gekommen? als Einführung ins Thema Kunst & Kritik der internationalen BAI Frühlingsakademie. Der Vortrag gibt unseren Teilnehmer*innen einen umfangreichen Einblick in seine interdisziplinären Praxis und das Zustandekommen und die Konzeption seiner Projekte. Die Veranstaltung fand statt innerhalb des Studioprogrammes am BAI | Kunstschule, Kunstinkubator & Artist in Residence in Berlin.

„Zeitgenössische Kunst begann als Bewegung die provozieren und herausfordern wollte“ erklärte er [Dan Gilroy], „und ist nun völlig von Big Money und Business übernommen worden. Und es ist eine Welt, die ihre Achse verloren hat. Es ist eine Welt, die mit sich selbst im Konflikt steht, was, für mich, der perfekte Ausgangspunkt für einen Film darstellt – eine Welt mit innewohnendem dramatischen Potential.“ (artnet news)

„Wenn ein aktueller Superstar wie Jake Gyllenhal einen Kunstkritiker in einem neuen Hollywood Blockbuster gibt, dann ist es höchste Zeit, die Rolle des Kunstkritikers inder Kunstwelt heute unter die Lupe zu nehmen., ebenso wie deren Auswirkungen auf die populäre Fantasie. Was sollte Rolle eines Kunstkritikers in einer Welt ohne Achse sein? Wie können wir überhaupt in einem kulturellen Feld agieren, wenn dieses mit sich selbst im Konflikt steht? Vielleicht hilft als Ansatz eine Kartographie dieser Welt, ihrer Geschichte, den Gefahren, der sie ausgesetzt ist und ihrem Potential, von Clement Greenberg, über die „Coffeetableization of everything“ (Matias Faldbakken) zu instagram-likes und meme-culture. Wie kommen wir hier wieder raus? Oder besser, wie kommen wir rein und bewirken Veränderung?“ (Text: Courtesy Andreas Schlaegel)

Andreas Schlaegel (*1966 in Kinshasa, DRC) ist Kritiker, Kurator und Künstler. Er lebt in Berlin. Seine Essays, Porträts oder Kritiken erscheinen seit Ende der neunziger Jahre in internationalen Kunstzeitschriften, wie Flash Art International (Mailand), Frieze d/e (Berlin/London), Billedkunst (Oslo), /100 (Berlin), Kunstkritikk (Oslo/Kopenhagen) und anderen, sowie in Publikationen des UCLA Hammer Museum, Los Angeles; MUSAC, Leon; Aspen Museum, Colorado; Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Main; Thyssen Bornemisza Contemporary, Vienna; Kunsthalle Düsseldorf; Julia Stoschek Collection, Düsseldorf und Berlin, und vielen anderen.

Seine künstlerische Arbeit versteht Schlaegel darin, kollaborative Formate zu entwickeln, die meist zwischen Skulptur, Performance und Ausstellung pendeln. Das schliesst Kollaborationen mit anderen Künstlern mit ein, wie »Come early, avoid disappointment« mit der Gruppe Gelitin bei TBA21 in Wien und der Venedig Biennale, 2011, oder »The Art of Conversation« mit Paolo Chiasera und Matthew Antezzo, PSM Gallerie, Berlin, 2013, the »rhizome« network an der HfbK Hamburg (since 2015), oder »t=600« mit Nine Budde, Bretz/Holliger und Melou Vanggaard in der Feierhalle des Standortfriedhofs Lilienthalstraße, Berlin, 2018. Diese Praxis schließt auch Musikprojekte mit ein, wie ACO – Art Critics Orchestra (u.a. mit Raimar Stange, Oystein Aasan, Sabine Schmidt, u.a.), oder das Duo Die!Landschaft mit Manfred Peckl. Zur Zeit unterrichtet er Fototheorie und Skulptur an der HfG Offenbach und der KHB Weissensee. Dort ist er auch Gründer und Leiter des Hochschulorchesters.

2019-05-01T16:48:43+02:00