Liebe Kunsthallen-Freunde,
anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Brücke im Dschungel“ am Mittwoch, den 12. November 2014 um 19 Uhr laden wir herzlich zu Performance, Konzert und geselligem Beisammensein ein.
Der Roman von B. Traven gibt der Ausstellung den Namen. Das erfordert Furchtlosigkeit. Kunst und Design als Profession erfordern den Mut von Freeclimbern und Höhlentauchern. Das ist kein Wellnesswerdegang, bei dem bestimmte Verhaltens- und Werknormen erfüllt sein müssen, um eine erfolgreiche Karriere garantiert zu bekommen. Schönheit und Brillanz entstehen aus Freiheit, Verantwortung, Grenzüberschreitungen und Brückenbau in unbekanntes Gebiet. Die Kunsthalle zeigt Arbeiten von ca. 60 Alumni der Kunsthochschule Berlin Weißensee und Kooperationspartnern. Veranstaltungen bieten Anlass für Diskussionen. Kunst ist ein Abenteuer mit offenem Ausgang, ein Roman, der noch geschrieben wird… „Wenn der Mensch in seinen Werken nicht zu erkennen ist, dann ist entweder der Mensch nichts wert oder seine Werke sind nichts wert.“ B. Traven
Ausstellung „Brücke im Dschungel“ und Rahmenprogramm
Eröffnung: Mittwoch, 12.11. 2014, um 19 Uhr mit einer Performance von Vytautas Jurevicius und Konzert von Juri Kussmaul Barbetrieb (KICKBACK) und Buffet
Ausstellungsdauer: 13.-28. November 2014
Rahmenprogramm: Dikussionen, Vorträge, Workshop
Öffnungszeiten: Di & Do 16 – 19 Uhr, zu den Veranstaltungen und nach Vereinbarung
Ort: KUNSTHALLE am Hamburger Platz, Gustav-Adolf-Str. 140, 13086 Berlin
Info: www.kunsthalle.kh-berlin.de
Konzept zur Ausstellung von Prof. Thaddäus Hüppi & Jana Sperling.
Ausstellung auf Einladung von Thaddäus Hüppi, Jana Sperling, Else Gabriel, Franziska Luscher, Silvia Lorenz, Ralf Schmitt & Julia Brodauf
Wir freuen uns auf Euren/Ihren Besuch!
Prof. Thaddäus Hüppi & das Kunsthallen-Team
AUSSTELLENDE:
Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz:
Laurien Bachmann, Eginhartz Kanter, Elke Kieweg, Rainer Nöbauer-Kammerer, Hans Retten- bacher, Viktoria Schmid, Felix-Benedikt Sturm, Vildan Turalic, Julia Vogt, Theresa Auer
Hochschule für bildende Künste Frankfurt, Städelschule:
Christoph Esser, Sofia Duchovny, Vytautas Jurevicius, Martin Kohout, Jessie Holmes, Billie Maya Johansen, Okan Yildirim
Hochschule für Bildende Künste Dresden:
Nadja Schütt, Yasmin Alt, Stefanie Bühler, Bignia Wehrli
Hochschule für Bildende Künste Hamburg:
Kathrin Wolf, Janine Eggert / Philipp Ricklefs
Kunstakademie Düsseldorf:
Lin May Saeed, Katja Pfeiffer, Larissa Aharoni, Gereon Krebber, Sascha Boldt
Universität der Künste Berlin:
Marlon Wobst, Adrian Schindler, Roberta Busechian
Kunsthochschule Berlin Weißensee:
Silvia von Pock, Judith Mohnfeld, Romain Loeser
Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken:
Alexander Minor, Hye Kyoung Kwon, Emma Adler, Susanne Kocks, Simon Kloppenburg, Caro Streck
Ecole supérieure des Beaux-Arts de Toulouse:
Liis Lillo, Emmanuel Simon, Sylvain Andre, Marion Berlit, Camille Blondel, Charlotte Caldier, Charly Dubois-Escorell, Claudine Dumas, Oksana Halchak, Natalya Kebalo, Rébecca Konforti, Soyi Lee, Yannick Merci, Julie Saclier
VERANSTALTUNGSPROGRAMM „MIND THE GAP“
Donnerstag, 13.11.2014, 17 Uhr:
Podiumsdiskussion: ”Über die Runden kommen”.
Verfahrensweisen innerhalb des künstlerischen Ausbildungssystems
In Lessings „Emilia Galotti“ fragt der Prinz: „Was macht die Kunst?“ Der Hofmaler antwortet: „Prinz, die Kunst geht nach Brot.“ Picasso klingt 200 Jahre später, als ob er darauf antworte: „Nein, die Kunst ist nicht erfunden, um Wohnungen auszuschmücken! Sie ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind!“ Wer heute über eine durchschnittliche Kunst- messe geht, sieht eher den Geist des Lessingschen Hofmaler. An Hochschulen gelehrt wird indes im Geiste Picassos: Jedem Individuum seine eigene Waffe.
Bleibt die banale Frage nach dem Brot: Wo bekommt man es denn her, sofern man nicht ganz oben mitspielt? Stehen Hochschulen in der Verantwortung, neben der inhaltlichen auch die lebenspraktischen Fragen zu klären? Wie können/sollen/dürfen sie das tun? Und: Wird durch eine Vorbereitung auf die Regeln des derzeit vorherrschenden Marktes die künstlerische Entwicklung selbst korrumpiert?
Podiumsgäste: Martin Bilinovac (Universität Linz), Helmut Schweizer (zweiter Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes a.D.), Prof. Gereon Krebber (Kunstakademie Düsseldorf) und Dr. Martin Schmidl (UdK Berlin). Das Gespräch wird moderiert von Ralf Schmitt und Julia Brodauf (Lehrbeauftragten der Kunsthalle).
Dienstag, 18.11.2014, 18 Uhr:
Vortrag „Resident Artist“ von Larissa Aharoni
Die Berliner Künstlerin Larissa Aharoni (Kunsthochschule Düsseldorf) spricht über ihren Weg durch internationale Artist Residencies und Projekte in Israel, Österreich, Italien. Rumänien und den USA.
Mittwoch und Donnerstag, 19. und 20.11.2014, 14-18 Uhr: Workshop „Das Künstlerinterview” von Norbert Wartig, Filmemacher
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird das Künstlerinterview zur Erläuterung des Werkes und zur Selbstinszenierung des Künstlers verstärkt eingesetzt. Der Workshop wird die Definition des Interviews in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchten und eine ei- genständige Definition für den kunsthistorischen Kontext erarbeiten. Dies wird an Beispielen veranschaulicht und die auf ihre Authentizität hin diskutiert: im Film, auf Papier, auf Tonträ- ger. Die Kursteilnehmer_innen können sich mit ihren Erfahrungen in den Workshop einbrin- gen. Um Anmeldung wird gebeten unter: kunsthalle@kh-berlin.de
Montag, 24.11.2014: Ausstellungsumbau
Abbau der Arbeiten der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz und Aufbau der Präsentation der Ecole supérieure des Beaux-Arts de Toulouse
Montag, 24.11.2014, 15 Uhr:
Podiumsdiskussion: “Überholen, ohne einzuholen: Professionalisierung oder Normierung?“ Über Risiken und Nebenwirkungen bei der Begleitung von Künstlern in die freie Praxis nach dem Studium.
Das Kunststudium ist eine der Nischen eines universellen Bildungsansatzes. Das ist ein Privi- leg. Erkauft wird diese Freiheit des Blicks mit dem Risiko existentiellen Scheiterns.
Angelehnt an das Bild des „doppelt freien Lohnarbeiters“ bei Karl Marx könnte man heute das des „doppelt freien Künstlers“ beschreiben. Frei von jeglichen formalen Kategorien und Kriterien können Künstler quasi jede Form annehmen und in alle Bereiche gesellschaftlichen Zusammenlebens diffundieren und diese durch ihre akademisch legitimierte Kreativität aufwerten. Erkauft wird diese individuelle Freiheit mit der „Freiheit“, als „Einsicht in die Notwendigkeit“, bestimmte inhaltliche und sprachliche Normen zu erfüllen, um den Kriterien der jeweiligen Zielgruppen zu entsprechen und so in den Genuss der Währungen Aufmerksamkeit und Geld zu kommen. Bedeutet Professionalisierung von Künstlern heute, sie in diesen Kompetenzen zu optimieren?
Geht damit der Verlust des selbstbestimmten, authentischen und immer auch in sich widersprüchlichen Werks einher, weil man damit keinen demokratischen Konsens, nicht genügend „like“-clicks, nicht genügend „follower“ generieren kann? Diese Fragen und mehr…
Podiumsgäste: Prof. Katharina Schmidt (Ecole supérieure des Beaux-Arts de Toulouse), Prof. Gabriele Langendorf (Rektorin, HFB Saar), Moritz van Dülmen (Kulturprojekte GmbH), Leonie Baumann (Rektorin, Kunsthochschule Berlin Weißensee). Das Gespräch wird moderiert von Prof. Else Gabriel, Kunsthochschule Berlin Weißensee.
Dienstag, 25.11.2014, 14-18 Uhr: Workshop „Je et Nous / Ich und Wir“
Der aus Toulouse (isdaT) mitgebrachte Workshop Je et Nous / Ich und Wir lädt interessierte Künstler und Studierende zur Diskussion über Sinn und Formen kollektiven Handelns in der Kunst ein. Wer sind die Anderen – potenzielle Konkurrenz oder mögliche Verbündete auf der Suche nach einem utopischen Inhalt? Mit Herve Senat, Ursula Döbereiner, Henry Kleine, Kerstin Drechsel, Emmanuelle Castellan, Guillaume Durrieu, Jagna Ciuchta, Joan Ayrton und Katharina Schmidt
Dienstag, 25.11.2014, 19 Uhr: “Dschungelsafari“
Artist Walk durch die Ausstellung mit Prof. Silvia Lorenz und den teilnehmenden Künstlerin- nen und Künstlern.
Freitag, 28.11.2014, ab 19 Uhr: Finissage
Ausklang mit Barbetrieb KICKBACK